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Uganda – Gorilla Trekking

Bwindi Impenetrable Forest

Endlich war der Zeitpunkt gekommen: Unsere im Juni verschobene Reise zu den Gorillas stand vor der Tür. Wir freuten uns schon riesig darauf, hatten aber ein wenig Bedenken wegen unserer Fitness, die durch das monatelange Herumreisen im Flo etwas gelitten hatte. Der Bwindi Impenetrable Forest ist ein Nationalpark im Südwesten Ugandas. Der tropische Regenwald erstreckt sich über die Flanken des Albert Rifts, des nördlichsten Teils des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Der Park wurde 1994 in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Hier lebt fast die Hälfte der weltweit noch verbliebenen Berggorillas.

Unser Flug führte uns via Johannesburg nach Kigali, der erstaunlich sauberen und modernen Hauptstadt von Ruanda. Kigali ist eine sehr hügelige Stadt mit einem riesigen Verkehrsaufkommen. Nach einer Übernachtung in einem kleinen Boutique Hotel in Kigali übernahmen wir unseren Mietwagen 4×4. Bestellt hatten wir einen Prado, geliefert wurde uns ein alter Land Cruiser, der einige Macken aufwies. Die Strassenroute von Kigali nach Bwindi über den Grenzübergang Cyanika ist die schnellste und bequemste Option für Reisende, die aus Ruanda anreisen. Die Fahrt von Kigali zur Grenze bei Cyanika ist nur etwa 220 km lang und die Strasse führt bergauf und -ab durch Ruandas berühmtes „Land der tausend Hügel“ und bietet spektakuläre Ausblicke auf steile grüne Hügelketten, terrassierte Felder und die Vulkangipfel des Virunga-Gebirges.

Für wenige Kilometer benötigten wir geschlagene 1.5 Stunden, bis wir dem Verkehrschaos in Kigali entfliehen konnten. Ansonsten waren die Teerstrassen in einem tadellosen Zustand. Überhaupt war alles wohl organisiert und extrem sauber. Keine Abfälle am Boden – eher die Ausnahme in Afrika! Dafür standen an jeder Kreuzung mindestens zwei Polizisten und die Radarfallen begleiteten uns bis zur Grenze.

Die Gorilla Leisure Lodge, wo wir drei Nächte verbringen durften, ist die richtige Mischung aus modernem und traditionellem Komfort. Sie liegt eingebettet zwischen dem Bwindi-Wald und den steilen, vulkanischen Landschaften der tiefgrünen Kisoro-Hügel. Die Gorilla Leisure Lodge befindet sich im Sektor Rushaga, südlich des Bwindi Impenetrable Nationalparks. Im Vergleich zu den anderen drei Sektoren von Bwindi gibt es in Rushaga die meisten an Menschen gewöhnten Gorillafamilien. Hier leben neun Gruppen, jede dieser Gruppen besteht aus 8 bis 22 Mitgliedern verschiedener Altersgruppen: Säuglinge, Jungtiere und Erwachsene. Diese neun von fünfzig im Forrest lebenden Gruppen können im Rahmen von Trekking besucht werden.

Am Vorabend des Trekkings packten wir bereits unsere Rucksäcke, damit wir am nächsten Morgen rechtzeitig los düsen konnten. Der Treffpunkt beim Rushaga Gate war nur ca. 5 Minuten von der Lodge entfernt. Nach einer durchzogenen Nacht, eine gewisse Unruhe und Angespanntheit wegen des bevorstehenden Trekkings war nicht zu leugnen, fuhren wir pünktlich beim Gate vor.

Wir liessen uns in eine mittelschwere Gruppe einteilen. Mit vier weiteren Besuchern, einem Guide, zwei bewaffnete Rangers, um aggressive Waldelefanten zu verscheuchen, die wir leider nicht sahen, und einen Träger für unseren Rucksack machten wir uns auf den Weg. Nach ein paar Minuten waren wir von Regenwald verschluckt und wanderten auf einem gut begehbaren Pfad bergan und ab, immer tiefer hinein in Richtung unserer Gorillagruppe. Früh morgens waren bereits Tracker aufgebrochen, die die Standorte der Gorillas erkundeten. Unsere Tracker waren der Gruppe auf der Spur, hatten sie jedoch noch nicht erreicht. So beschloss unser Guide nach knapp zwei Stunden umzukehren und zu einer besucherlosen Gruppe, deren Position bekannt war, zu gehen.

Bei der Gruppe angekommen übernahmen die Tracker unsere Führung. Mit Macheten schlugen sie einen engen Pfad durch das Dickicht in Richtung der Gorillas. Bald konnten wir die Gorillas hören. Störende Äste und Stauden wurden sorgfältig zur Seite geschoben, so dass wir etwas sehen konnten. Erst nur hinter Gebüsch, dann auf einer kleinen Lichtung, wo sie spielten, sich pflegten oder einfach nur faulenzten.

Wir hatten eine Stunde Zeit, um uns in unmittelbarer Nähe der Familie aufzuhalten, Fotos zu machen und zu staunen. Die Tracker führten uns umsichtig, so dass die Gorillas immer freien Weg hatten.

Zum Schluss zogen sie den Berg hoch zu einem Fruchtbaum. Die paar Baboons im Baum waren schnell vertrieben und dann kletterte die ganze Familie hoch. Beeindruckend wie die Mutter, mit einem Neugeborenen in einem Arm, dies drei-beinig meisterte.

Überwältigt von der Begegnung kamen wir zurück zur Lodge. Bei einem kühlen Nile (Bier) sassen wir auf der Veranda, reflektierten unsere Eindrücke und hatten zum ersten Mal Zeit zu überprüfen, ob uns ein paar gute Schnappschüsse gelungen waren.